
Meike Fischer ist freie Hochschuldozentin, Grafik- und Webdesignerin und Dokumentarfotografin. Sie hält in ihren Bildern den stetigen städtebaulichen Wandel und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft fest.
Ihre Praxis ist in einem Zusammenspiel aus angewandter und künstlerischer Fotografie sowie dem fotografischen Essay zu verorten.
Im Jahr 2000 schloss sie ihr Studium der Visuellen Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main mit dem Schwerpunkt Audiovisuelle Medien (Dokumentarische Fotografie und Künstlerische Fotografie) ab, nachdem sie sich bis zum Vordiplom vorwiegend mit der Malerei beschäftigt hatte.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Recht auf Stadt“ prägt ihre fotografischer Arbeit und findet Ausdruck in zahlreichen ihrer Werke. Neben der Serie „Abriss Frankfurt“ (seit 2008), die sich zu einem großen Teil in der Sammlung des Historischen Museum Frankfurt befindet, beleuchtet sie das Thema ausgiebig in der Serie „Ein Frankfurter Weg: Das Drogenhilfezentrum Eastside“ (2017) sowie in der Bebilderung des Dossiers der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Stadt und Gesellschaft. Aber auch die Serie „8QM – Tisch-Bett-Stuhl“ (2008) nimmt Veränderungsprozesse von Architektur und Gesellschaft in den Blick: 30 Portraits von kargen Zellen des mittlerweile abgerissenen Frankfurter Frauengefängnisses zeigen die eingeschränkten Möglichkeiten individueller Aneignung sowie persönliche Botschaften der Inhaftierten.
Die Grenzen zwischen dokumentarischer und künstlerischer Fotografie sieht Fischer fließend. Wichtig ist ihr, das Stadtbild zu dokumentieren und dabei zugleich ihre eigene Haltung zu ermitteln.
2011 wurden ihre Bilder im Deutschen Architekturmuseum im Rahmen des Europäischen Architekturfotografie Preises gezeigt und die Heussenstamm-Galerie Frankfurt zeigte ihre Ausstellungen „Panta Rhei“ (2014) und „Ein Frankfurter Weg: Das Drogenhilfezentrum Eastside“ (2016), welche in Zusammenarbeit mit der Integrativen Drogenhilfe entstand. Zuletzt zeigte das Historische Museum Frankfurt (2019-2021) Fischers Bilder zum Wandel rund um die Europäische Zentralbank und Fotografien aus der Serie „Abriss Frankfurt“ im Rahmen der Ausstellung „Stadt der Fotografinnen“ (2024).
(Text: Katharina Böttger, HMF)